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Hilfestellungen für Depressive und deren Angehörige

 

Depressionen verstehen Hilfe bei Depressionen

 

In der Schweiz leiden ungefähr 20 % der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal in Ihrem Leben an den Folgen einer Depression.  Vielen Aussenstehenden die Hilfe leisten wollen, fällt es schwer zu verstehen, wie ein Depressiver wirklich fühlt und denkt.

 

Was geht in Depressiven wirklich vor?

Die Auswirkung einer Depression reicht oft weit in die verschiedensten Lebensbereiche: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Nervosität und Ängste verbunden mit einem Gefühl von Hilflosigkeit sind nicht selten. Viele Menschen mit diesen Symptomen nennen Stress in der Arbeit, überhöhte Anforderungen an sich selber oder schwierige Schicksalsschläge als einen der möglichen Auslösefaktoren. Und dann gibt es wiederum viele Betroffene, denen häufig selber nicht klar ist, warum sie niedergeschlagen oder antriebslos sind. Dies macht es für Depressive besonders schwierig zu erklären, warum sie sich so fühlen. Das führt dazu, das Hilfestellende Menschen wie Ärzte, Therapeuten oder gar die nahestehende Familie oft überfordert sind.

 

Wie denken Depressive?

Gemäss einer neuen psychologischen Studie aus Deutschland ging man daher auf den Grund, was in depressiven Menschen wirklich vor geht. Man konnte über die geschilderten Erlebnisse der Patienten einige Gemeinsamkeiten in der Denkweise und Denklogik eines depressiven Menschen ausmachen. Dabei nannten viele folgende Punkte:

 

1. Überhöhte Anforderungen und Ansprüche an sich selber

Der Wunsch nach Perfektionismus, gekoppelt mit überhöhten Ansprüchen an sich und das Leben, tragen dazu bei, dass viele Menschen in irgendwann eine psychische Erschöpfung geraten.

 

2. Wunsch und Wirklichkeit driften immer weiter auseinander

Depressive Patienten erleben es als erschütternd, wenn die gesetzten Zeile nicht erreicht werden konnten oder gar Versagen im Spiel ist. Klappt eine Sache nicht, kommt das Gefühl und der Gedanke auf, dass man sowieso nichts hinkriegt, was dazu führt, dass man tatsächlich immer weniger Selbstvertrauen für den Alltag hat. Doch auch mal zu scheitern ist wichtig, denn es lässt uns wirklich wachsen.

 

3. Rückzug aus dem Alltag

Aus Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Überforderung entwickeln Depressive Ausweichmechanismen zur Verdrängung. Statt Trauer zu empfinden, zu verarbeiten und loszulassen, fühlen Depressive nur eine innere Leere und Müdigkeit. Anstatt sich aktiv mit nicht erreichten Ansprüchen und Wünschen auseinanderzusetzen, fühlen sich Betroffene wie Stillgelegt. Es scheint fast so, als ob das Unterbewusstsein, alle tiefe Trauer und Wut aus dem Bewusstsein fernhält oder festfriert. Doch nur wer sich mit diesen Gefühlen auseinandersetzt, lässt zu, dass Seele und Geist Belastungen verarbeiten können.

 

4. Generalisierende Aussagen und Gedanken

Alle Aufgaben und Reize des Alltags erhalten eine gleiche Gleichgültigkeit: Es wird nicht mehr wirklich priorisiert und die Gedanken münden in ein Muster von schwarz-weiss Denken. Haben Depressive einen kurzen schlechten Moment, wird automatisch der gesamte Tag als negativ bewertet. Dies lässt Depressive dann von Anfang an selbst vor leichtesten Alltagsaufgaben kapitulieren.

 

5. Sich im Kreise drehen

Während die Gesellschaft depressive Menschen als lethargisch und müde erlebt, geht in den Gedanken eines betroffenen Menschen gerade das Gegenteilige ab: Generalisiert drehen sich die Gedanken nur noch um die eigenen Probleme, die Momente wo sie das Gefühl haben, versagt zu haben. Diese  Gedankengänge rauben ein enormes Mass an Energie. Diese innere Anspannung kann sogar zu Schlafstörungen und somit zu weiteren Erschöpfungszuständen führen.

 

6. Resignation

Oftmals wurde die vorhanden Energien nicht dazu verwendet, nach Lösungen und Veränderungen zu suchen. Vielmehr erleben Depressive ein sich stetig drehendes Rad von Selbstbestätigung. "Ich kann ja sowieso nichts machen, es wird nicht besser", sind typische Aussagen. Das Festhalten einer negativen Stimmung zeigt auf, dass eine depressive Person unbewusst versucht, das negative Selbstbild aufrecht zu erhalten. Denn es ist etwas, was der Depressive kennt.

 

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